Weser Flugzeugbau
Thiel, Reinhold
Erstausgabe Da die „Weser" Flugzeugbau G.m.b.H. - allgemein in der Kurzfassung zumeist „Weserflug" oder „W.F.G." genannt - auch das Berufsleben zweier Mitglieder meiner Familie (Großvater und Vater) mit prägte, lag es nahe, daß ich im Zuge der Nachforschungen zu unserer Familienchronik vor dem Hintergrund einiger offener Fragen schließlich die Entscheidung traf, diesem bremischen Flugzeugbauunternehmen eine umfassende Darstellung zu widmen, zumal es zwischen den beiden bremischen Flugzeugbauunternehmen Focke-Wulf, dessen Geschichte ich bereits verfaßte, und Weserflug, deren Werdegang der Firmenmitbegründer Fritz Feilcke emst selbst veröffentlichen wollte, nicht nur bis 1945 immer wieder Kontakte gab, die in der Nachkriegszeit Ende 1963 schließlich zu einer Vereinigung beider Unternehmen unter dem Firmennamen Vereinigte Flugtechnische Werke (VFW) führte. Die „Weser" Flugzeugbau G.m.b.H., 1934 als Tochtergesellschaft der Deutschen Schiff- und Maschinenbau-Aktiengesellschaft in Bremen im wesentlichen zum Zwecke des Flugzeugnachbaus gegründet, begann mit ihren Aktivitäten auf dem Werftgelände der A.G. „ Weser". Den Erfordernissen der Zeit folgend, erfuhr die „ Weser" Flugzeugbau G.m.b.H. noch vor Kriegsausbruch eine rasche Ausweitung mit Hauptwerken in Bremen (Industriehafen), Delmenhorst, Lemwerder, Einswarden und Nordenham. Aus Gründen der „Luftgefahr" erfolgte mit Kriegsbeginn eine Teilverlagerung verschiedener Produktionsbereiche auf kleinere Betriebe, schließlich die Errichtung eines neuen Hauptwerkes auf dem Gelände des Flughafens Berlin-Tempelhof. Unter Zusammenfassung der Haupt- und Nebenbetriebe beschäftigte Weserflug zu ihrem Höchststand - Sommer 1944 - um die 28 000 Mitarbeiter. 1944 wurde dem Unternehmen die Firma Focke, Achgelis & Co., G.m.b.H., angegliedert, die sich vorrangig mit dem Hubschrauberbau befaßte. Eine scharfe Zäsur erlitt Weserflug, deren Fertigungsbetriebe bis auf das Werk am Industriehafen Bremen - zwischen Kohlen- und Kalihafen gelegen - weitestgehend von kriegsbedingten Zerstörungen verschont geblieben waren (was vor allem für das Werk Lemwerder zutraf), nach dem Zweiten Weltkrieg durch das von den Siegermächten verhängte allgemeine Produktionsverbot von Flugzeugen in Deutschland. Die finanzielle Unterstützung durch die A.C. „Weser" ließ dann Weserflug nach der Aufhebung des Bauverbotes verhältnismäßig zügig das eigentliche Kerngeschäft am Standort Lemwerder wieder aufnehmen, wobei eine Entwicklungsund Konstruktionsabteilung mit errichtet wurde. Vor diesem Hintergrund gelang es der Firma, eine größere Anzahl namhafter Ingenieure an sich zu binden. In fertigungstechnischer Hinsicht befaßte sich Wescrflug nach der Aufhebung des Bauverbotes zunächst mit der Wartung und Wiederinbetriebnahme von Flugzeugen aus US-amerikanischen Beständen für die neu gegründete Bundesluftwaffe, vornehmlich vom Typ Republic F-84 „Thunderstreak". Aber es folgten schon sehr bald Entwürfe nach eigenen Plänen. Der Not der Zeit gehorchend, fusionierte das Unternehmen mit Wirkung vom 31. Dezember 1963 mit der ebenfalls im Bremer Handelsregister eingetragenen Focke-Wulf G.m.b.H. zur Vereinigte Flugtechnische Werke G.m.b.H. (VFW). Damit schließt auch der zeitliche Rahmen der vorliegenden Darstellung.
Leinen mit Schutzumschlag, Großformat
280 Seiten / pages
viele Abbildungen
sehr gut erhalten, neuwertig
Bremen - 2013 - Verlag H. M. Hauschild
Art.Nr. 26113